Geschichte

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95 Jahre FVA - früher und heute

Die FVA ist Geschichte und Gegenwart. Wie ist es möglich eine Zeitspanne von 95 Jahren wirklich zu erfassen? Rein rechnerisch sind es ca. 12,5 Generationen an FVA’lern die diese Geschichte geprägt haben. Sehr schön ist die Zeit bis 1980 in Karl Heidlers Chronik zur 60 Jahr Feier der FVA nachzulesen, die auf Nachfrage für jeden Interessierten zur Verfügung steht.
Die Anfänge der FVA waren spektakulär und durch große Namen wie Klemperer und Kármán geprägt. Kármán schaffte in seinem Institut mit der Werkstatt für die FVA und finanziellen Mitteln von Förderern alle notwendigen Vorraussetzungen. Klemperer mit der Gruppe, von Junkers inspiriert, konnten so Konstruktionen erschaffen, mit denen er den zuvor von den Wright Brothers in Kitty Hawk geflogenen Rekord im Segelflug übertraf. Und selbst die Beschreibung des Flugwegs in der Ausgabe der “Flight” von 1921 läßt die Vermutung zu, dass er ohne reinen Hangflug in eine neue Ära des Segelfluges startete So hat die FVA wesentlich zur Geschichte der Röhnwettbewerbe beigetragen. In Peter Riedels Buch “Start in den Wind” wird diese sehr ausführlich beschrieben. Und da auch damals dort die akademischen Gruppen aus anderen Städten wie Darmstadt, Stuttgart und Hannover vor Ort waren, führte dies später zur Bildung der Idaflieg. Schon nach ganz kurzer Zeit war der technische Vorsprung der FVA durch die anderen Gruppen aufgeholt worden. Und gerade hier liegt wahrscheinlich der Grund, warum diese Gruppen so lange bestehen konnten. Auf der Röhn trafen sich junge Menschen, die mit revolutionären Ideen neue Techniken erfunden und ausprobieren wollten. Sie hatten Unterstützer hinter und ein Umfeld um sich, wodurch die Umsetzung möglich wurde. Und vor allem wollten sie fliegen. Das ist der rote Faden, der sich bis in die FVA von heute zieht. Vergleicht man die Bilder von damals und heute, hat sich vielleicht das Gerät mit dem geflogen wird geändert, die Werkstatt und die Ausrüstung ist modern geworden, aber der Geist ist derselbe. Die zwanziger und dreißiger Jahre machten aus den Akafliegs wahre Technikschmieden, die den Segelflug enorm vorantrieben und sehr viele technische Grundlagen, die auch heute noch gültig sind, festlegten.
Für die FVA war die Alpenüberquerung von Felix Kracht in der FVA 10b, gerade einmal 16 Jahre nach Klemperers Rekordflug, das signifikante Zeichen dieser Entwicklung. Der Segelflug hatte endgültig die Nähe des Startplatzes verlassen und neue Leistungsbereiche erschlossen.

Im dritten Reich, mit umfangreichen Mitteln ausgestattet, sah die Zukunft für die FVA, wie für alle Gruppen, zunächst verheißungsvoll aus. Das Desaster, in dem es mit dem Krieg endete, ist hinreichend bekannt. Um so erstaunlicher die Wiedergeburt danach.
Blaue Maus Rh+Ân
Relativ bald nach dem Krieg fand die FVA sich erstmal als “Nichtflieger”, heißt als “Fußgänger”, wieder zusammen. Die dazugehörige Party, die zusammen mit den anderen aachener Fluggruppen bestritten wurde, war so ein Teil der finanziellen Mittel, die die FVA wieder als Flugverein auferstehen ließen.

Aber genauso wichtig waren die alten Kontakte in die Industrie und zur Hochschule. So bekam die FVA bald die Möglichkeit, eine neue Werkstatt aufzubauen und Räume in der Universtät zu beziehen. Auch bestärkte Kármán seine Zugehörigkeit zur FVA und war damit Aushängeschild für den Verein. Nachdem Fliegen und Forschen wieder erlaubt waren, zog es die FVA auch wieder in die Röhn, quasi zum Entstehungsort der Idaflieg. Damit waren auch die alten Kontakte zu den anderen Akafliegs wiederhergestellt. Mit diesen Vorraussetzungen konnten bis heute eine Reihe an Projekten verwirklicht werden, die immer wieder technische Neuerungen oder Verbesserungen der Sicherheit im Flugbetrieb darstellten.
Neben Flugzeugprojekten beschäftigte sich die FVA mit einer Reihe von Forschungsaufträge der Hochschulen. Oft war Frankreich schon sehr bald nach dem Krieg das Ziel von Fliegerlagern, dies bildete sehr enge freundschaftliche Beziehungen, die sich über Jahrzente hielten. Bis heute ist Frankreich jedes Jahr das Ziel der Gruppe.
Für die FVA Geschichte noch sehr wesentlich war der Bau einer eigenen Werkstatt. Bis 2005 war die FVA immer wieder aus den verschiedensten Gründen in neue Werkstätten, in und außerhalb der Stadt gezogen. Dies endete mit dem Kauf eines Grundstücks in Würselen und dem Bau des Gebäudes. Diese Werkstatt stellt im Umfeld der nicht immer genau einzuschätzenden Änderung der Hochschulpolitik einen wichtigen Ankerpunkt für den Verein dar.
Die FVA kann sich dagegen in ihren eigenen Räumen voll auf den notwendigen Wartungsbetrieb und die Durchführung eigener Projekte konzentrieren, ohne Rücksicht auf Einflüsse von außen nehmen zu müssen. Das war nur möglich mit einer schlüssigen finanziellen Planung und der langjährigen Unterstützung vieler Mitglieder. Auch durch materielle Zuwendungen halfen viele Firmen den sonst sehr teuren Innenausbau der Werkstatt vergleichsweise günstig zu halten.